Was ist Kindertagespflege

Tagesmütter und Tagesväter

Was ist Kindertagespflege?

Schon bald nach der Geburt des Kindes will der Chef wissen: Wann kann es wieder losgehen? Auf viele Eltern warten Entscheidungen, die manche mit tränenreichen Abschiedsszenen in Verbindung bringen. Ein Kind kann ab 18 Monaten schon einen echten Nutzen aus der Fremdbetreuung ziehen. Aber auch Jüngere sind nicht überfordert – wichtig ist, eine gute Tagesmutter zu finden und dem Kind genügend Zeit zur Eingewöhnung zu geben.

Im Vergleich zur Kinderkrippe, Kindergarten und Hort eignet sich die Kindertagespflege durch Tagesmütter oder Tagesväter besonders für die flexible Betreuung von unter Dreijährigen und ist eine gute Alternative zur KiTa.

Fast wie zuhause

Im Alltag der Kindertagespflege findet das Kind Aufnahme bei der Tagesmutter und trifft auf eine feste, vertraute Bezugsperson. Oft wächst das Kind zusammen mit eigenen Kindern der Tagesmutter auf, die sich intensiv mit den Eigenarten des Kindes auseinander setzt. Da Tageskinder oft in einer kleinen Gruppe betreut werden, bietet die Kindertagesbetreuung einen guten Geschwister-Ersatz für Einzelkinder.

Die Chemie muss stimmen

Während mancher kleine Draufgänger gleich überall mitmischt, tun sich andere schwerer. Das mag daran liegen, dass Tagesmutter und Tageskind keine gemeinsame emotionale Sprache finden, das Aktivitätsniveau oder ganz einfach die Chemie nicht stimmt. Aber auch ein zu eiliger Versuch, das Kind an die neue Situation zu gewöhnen, kann Grund für das Scheitern sein. Anders als beim Babysitting geht es hier schließlich um den Aufbau einer langfristigen und stabilen Betreuungsbeziehung.

Eine Tagesmutter/einen Tagesvater finden

Keine leichte Aufgabe. Vertrauen ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und der Tagespflegeperson. Ob man eine gute Tagesmutter gefunden hat, entscheidet oft das Bauchgefühl. Um Unklarheiten zu vermeiden, sollte man das Wichtigste in einem schriftlichen Betreuungsvertrag festhalten. Wichtig ist, dass das Kind sich nicht an wechselnde Betreuer gewöhnen muss – das könnte sich negativ auf das Sozialverhalten des Kindes auswirken.

Wie werde ich Tagesmutter?

Als Tagesmutter eignet sich, wer Kinder liebt und Lust hat, sich im Pflegealltag mit ihnen zu beschäftigen. Wer Tagesmutter werden will, sollte Kinder gern fördern, strapazierfähig und verantwortungsbewusst sein. Im Verhältnis zu den Eltern ist vor allem Ehrlichkeit und Kompromissfähigkeit wichtig.

Hinzu kommen noch eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes, ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Eignungsgespräch mit dem Jugendamt sowie der Nachweis vertiefter Kenntnisse in der Kindertagespflege.

Das Jugendamt prüft, ob kindgerechte Räumlichkeiten vorhanden sind und ist der Dreh- und Angelpunkt für alle Fragen zur Qualifizierung, der Kranken-, Renten- und Unfallversicherung und der Haftpflicht.

Private Kindertagespflege im Minijob

Keine Pflegeerlaubnis ist notwendig, wenn die Eltern eine Tagesmutter direkt bei sich im Rahmen eines Minijobs anstellen und somit Arbeitgeber sind. In diesem Fall muss die Tagesmutter auch keine Steuern und Sozialabgaben leisten. Die Eltern müssen dann als Arbeitgeber die üblichen Pauschalabgaben von 12% des Verdienstes zahlen.

Finanzierung der Kindertagespflege

Mit welchen Kosten die Eltern eines Tagespflegekindes rechnen müssen, hängt von den landesrechtlichen Regelungen und vom Einkommen der Eltern ab. Die Kosten eines Betreuungsplatzes tragen Land, Kommune und Eltern. Bei geringem oder fehlendem Einkommen der Eltern kann das Jugendamt die Kosten auch ganz übernehmen.

Bei der öffentlich geförderten Kindertagespflege erhält die Tagesmutter ein Entgelt vom Jugendamt, das sich zusammensetzt aus:

  • Sachaufwendungen wie Verpflegung, Fahrtkosten und Spielsachen
  • einer Förderleistung für die Erziehungsaufwendungen
  • Erstattung der Beiträge für die nachgewiesene Unfallversicherung
  • Erstattung der Hälfte des Beitrages für Alterssicherung und Rentenversicherung
  • Erstattung der Hälfte des Beitrages für Kranken- und Pflegeversicherung

Bei der privat finanzierten Kindertagespflege können Eltern und Tagesmutter die Entlohnung frei vereinbaren. Diese Abreden sollten sie in einem schriftlichen Betreuungsvertrag festhalten. Die Höhe der Kosten für die Tagesmutter richtet sich nach Angebot und Nachfrage und wird zwischen 3 und 7 Euro pro Stunde liegen.

Sonja Leibinger