Grundregeln der häuslichen Kinderbetreuung

Unachtsamkeit kann Folgen haben


Brei kochen, Windeln wechseln – und dann klingelt auch noch das Telefon. Wer zu viel auf einmal erledigen will und meint, Kinder betreuen liefe so nebenbei, irrt. Schon eine kleine Unachtsamkeit kann einen schweren Unfall zur Folge haben.

Die wichtigsten Regeln zur Unfallvermeidung:


Kind im Auge behalten

Kinderbetreuung ist ein verantwortungsvoller, anspruchsvoller Job, der Ihren vollen Einsatz erfordert. Machen Sie ihn nicht en passant und verlieren Sie die Kinder nicht aus den Augen: Sie sollten zu jeder Zeit wissen, wo die Kinder sind und was sie gerade machen.


Im Haus bleiben

Lassen Sie die Kinder niemals alleine im Haus, auch nicht für eine Minute. Benötigen Sie dringend etwas, bitten Sie einen Nachbarn oder eine andere bekannte Person um Hilfe.


Gefahrenquelle Küche

Wenn Sie kochen, benutzen Sie vorwiegend die hinteren Herdplatten. Versichern Sie sich vorher, dass die Kinder außer Reichweite sind. Platzieren Sie außerdem gefährliche Gegenstände wie heiße Töpfe oder Messer immer außer Reichweite des Kindes. (Bei Pfannen oder Stieltöpfen auf dem Herd, Stiele nach hinten.)


Türen und Fenster zu

Kinder verfügen über einen unerschöpflichen Erkundungsdrang, erforschen jeden Winkel, stöbern und klettern überall hoch. Da schon wenige Sekunden weg schauen manchmal zu einem Unfall führen können, sollten Sie Fenster und Türen, Schränke und Schubladen mit gefährlichem Inhalt stets geschlossen halten.


Beim Baden nicht alleine lassen

Lassen Sie Babys und Kleinkinder beim Baden und Duschen zu keinem Zeitpunkt aus den Augen! Gerät der Kopf beim Spielen unter Wasser, können sie die Orientierung verlieren und ertrinken. Auch beim Spielen mit dem Wasserhahn können Unfälle passieren.

Beim Windelwechsel nicht ablenken lassen

Auch wenn die Versuchung groß ist, beispielsweise wenn gerade das Telefon klingelt: Lassen Sie Babys nie allein auf der Wickelkommode liegen. Die Entwicklung des Babys verläuft manchmal sprunghaft: es kann sich z.B. nach wochenlangem auf dem Rücken liegen ganz plötzlich umdrehen, ohne dass sich diese Entwicklung angekündigt hat. Liegt es allein auf der Wickelkommode besteht also Absturzgefahr. Aus dem gleichen Grund sollte man Kinder auch im Hochstuhl nicht unbeaufsichtigt lassen.

Kinder schütteln verboten

Auch wenn die Kleinen einen manchmal ganz schön zur Raserei bringen können: Kleinkinder auch im Affekt niemals schütteln. Es könnte tödliche Folgen haben.

Medikamente sind keine Bonbons

Wenn die Kinder Medikamente nehmen müssen, verabreichen Sie sie nur in den Mengen und Zeiten, die Ihnen vom Arzt oder (für Babysitter) von den Eltern genannt worden sind. Geben Sie niemals eigenständig Medikamente (auch keine Naturheilmittel). Die Medizin außerdem stets außer Reichweite des Kindes aufbewahren. Kinder halten Tabletten oft für Bonbons.


Baby auf den Rücken legen

Legen Sie Babys zum Schlafen auf den Rücken und nicht auf den Bauch oder auf die Seite. Letztere Positionen könnten den plötzlichen Kindstod begünstigen. Hierüber sind sich die Wissenschaftler allerdings nicht ganz einig. Verzichten Sie auf ein Kopfkissen (Erstickungsgefahr). Ist das Baby eingeschlafen, gucken Sie von Zeit zu Zeit nach ihm.

Kinder vor Haushalt

Hausarbeiten müssen gemacht werden, keine Frage. Versuchen Sie jedoch, diese nach Möglichkeit zu erledigen, wenn die Kinder schlafen. Ist das nicht möglich, binden Sie die Kinder mit ein. Lassen Sie die Kleinen helfen, beispielsweise indem Sie ihnen auch einen kleinen Besen in die Hand geben, wenn Sie sauber machen. Oder setzen Sie die Kinder an einen Tisch in Ihre Nähe und lassen sie Bilder malen. So behaltet Sie die Kontrolle und können trotzdem Ihre Hausarbeit erledigen. Als nützlich erweisen kann sich auch der Einsatz einer Babytrage - so ist das Baby mitten im Geschehen und dennoch sicher.

Quasselstrippen unerwünscht 

Lange, private Telefonate sind tabu! Sie haben die Aufgabe, sich ums Kind zu kümmern und das erfordert Ihre volle Aufmerksamkeit.

Kinder brauchen Regeln 

Gewöhnen Sie Ihre Kinder frühzeitig an gewisse Regeln. Das erleichtert ihnen, Verbote zu akzeptieren. Willkür oder Inkonsequenz führt zu auflehnendem Verhalten der Kinder.

Notfallnummern parat halten:

  • Rettungsdienst
  • Kinderärztlicher Notdienst (zentrale Rufnummer fürs Wochenende)
  • Kinderarzt
  • Giftnotrufzentrale in ihrer Nähe
  • Augenärztlicher Notdienst
  • Apothekennotdienst